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Meine Reisegeschichten Vom 21.12.2008 an, werde ich mir einen großen Traum erfüllen und für, hoffe ich mal, mindestens 1 Jahr die große weite Welt bereisen.

Ab in die Einsamkeit!

COLOMBIA | Monday, 24 August 2009 | Views [1491] | Comments [5]

Buenos Dias,

dieses Mal muß ich, den Geschehnissen zu Hause entsprechend mit einer tollen Nachricht anfangen!

Seit dem 20. August 2009 bin ich stolzer ONKEL von Lina Hartmann! Ganz liebe Grüße von hieraus an die stolzen Eltern Heike und Timo Hartmann.

Mit dieser tollen Nachricht im Gepäck packte ich am Vorabend der Abfahrt meinen kleinen Rucksack und machte mich morgens mit Susanne, einer Mitreisenden, die ich schon mal in Lima getroffen habe, auf um den touristisch unberührtesten Punkt der kolumbianischen Karibikküste zu bereisen, der Halbinsel Guajira, nahe der venezuelanischen Grenze. Dort würde man anscheinend sehr wenig spanisch sprechen, denn die dortigen Ureinwohner, die Wayúus, kommunizieren immer noch in ihrer eigenen Sprache. Mit dem Bus gings dann der Küstenstrasse entlang nach Riohacha, wo wir einen netten Mann getroffen haben, der uns zeigte, wo die Fahrzeuge nach Uribia losfuhren, denn Busse gibt es wegen der „gut ausgebauten“ Feldwegen nicht. Von Uribia aus, stiegen wir dann in einen 22 Jahre alten Toyota Jeep, dessen Boden so löchrig war, dass man die Straße sehen konnte. Trotzdem würde er sehr gute Dienste erweisen, sagte uns der nette Fahrer und stolze Besitzer, dessen Jeep nach einer halben Stunde Fahrt, mitten im Nirgendwo den Geist aufgab. Der Motor gab ganz komische Geräusche von sich. Nach längerem Hin und Her, hatte ich, der technisch absolut unbegabte Sozialarbeiter, die Idee mal den Ölstand zu kontrollieren, und siehe da, der Motor lief trocken! Kolbenfresser! Aber, weit und breit nur Kakteen, Sträucher, Sand und sonst nix! Glücklicherweise hielt kurz darauf hinter uns ein neuer, moderner Jeep an und bot an uns mitzunehmen. Susanne stieg ins schon gut gefüllte Führerhaus ein, und Javier, ein netter Spanier den wir in Uribia getroffen haben, und ich stiegen auf die Ladefläche, die gestopft voll war. Zwei Fässer Benzin, zwei Räder mit Stahlfelgen und kein Platz zum sitzen. So nahmen wir auf den Fässern platz und instruierten den Fahrer nicht zu schnell zu Fahren, denn zum Festhalten gabs nix. Na ja ich glaub, dass er unsere Bitte entweder überhört, oder einfach ignoriert hat. Ich schätze so mit 80 Sachen gings dann nach Cabo de Vela, unserem Ziel. Bei einigen Kurven und Schlaglöchern ist mir echt warm geworden. Der Hintern und mein Rücken waren schon gar nicht mehr zu spüren als wir ca. 90 Minuten später ankamen.

In Cabo de Vela gibt es Unterkünfte entweder mit Hängematte, Chinchorros, überdimensional großen Hängematten, oder sehr sehr teure Zimmer. Also Hängematte in einer Hütte direkt am Strand. So hatten wir Meerblick, Meeresrauschen zum einschlafen und eine frische Brise, die bitter nötig war. Denn Cabo de Vela liegt mitten in einer Wüste, die direkt ans karibische Meer mündet. Ich fand es abends immer noch heiß, doch welche Hitze uns am nächsten Tag erwarten würde, konnte noch keiner von uns wissen. Nach dem Abendessen (ganz leckeren frischen Fisch) hab ich dann sehr sehr gut in meiner Hängematte geschlafen. Übrigens war der Sternenhimmel wunderschön, denn in diesem Ort gibt es keinen Strom, nur abends wurden vereinzelt Generatoren angeworfen. Morgens haben wir dann beim Frühstück ein Pärchen kennengelernt, er Schweizer, sie kolumbianische Beißzange, ein echter Drachen. Sie hatten einen Privatchauffeur mit Pick Up gemietet und fuhren so durch die Halbinsel. Der Fahrer bot uns an auf der Ladefläche platzzunehmen und so fuhren wir ganz kostenfrei zum „Pilon de Azúcar“, einem schön geformten Berg, direkt am Meer.

Die Sonne war schon dabei uns im wahrsten Sinne des Wortes zu grillen. Hier war es zum Glück eine trockene Hitze und nicht wie im Tayrona Nationalpark, tropisch schwül. Trotzdem lief mir die „Soße“. Auf den Berg geklettert und die Aussicht genossen. Toll so etwas hab ich noch nie gesehen. 

Hier endet die Wüste direkt am Meer und dieses frisst sich tatsächlich immer weiter ins Land. Wow! Danach haben wir uns am Strand, direkt unterhalb ersteinmal erfrischt. Das tat echt gut.

Auf der Rückfahrt bot uns der Fahrer wiederum an am Abend zum Leuchtturm zu fahren, von wo man aus einen tollen Sonnenuntergang sehen würde. Während wir nun durch die Wüstenlandschaft zurück fuhren, kamen uns Wayúu entgegen. Das war ein tolles Bild, schwarze Paste im Gesicht (natürlicher Sonnenschtuz aus Schafsfett und einem Pflanzenextrakt), toll gekleidet und Schafe und Ziegen. So stelle ich mir auch Afrika vor. Im Ort habe ich dann ganz leckere Langusten zu Mittag gegessen und Schutz im Schatten vor der Hitze gesucht.

So haben wir eine Siesta gemacht. Leider kams nicht zu der versprochenen Fahrt zum Leuchtturm. Na ja. Da uns die Unterkunft doch nicht so zusagte (der Besitzer war dauerdicht) wechselten wir diese und fanden uns kurz darauf in netter Umgebung einer Familie wieder!

Der Vater bot uns an morgen nach dem Frühstück eine Bootstour zu machen, der wir natürlich zusagten. Javier und ich fragten dann noch, ob es möglich sei, morgen früh mit zum Fischen zu gehen.

So standen wir also um 4.45 Uhr auf (OH GOTT) und fuhren mit raus aufs Meer, wo wir den Sonnenaufgang mit den Fischern genießen konnten. Diese kontrollierten ihre Netze, und warfen sie dann wieder geschickt zurück ins Meer.

Sie waren auf Schildkrötenfang. Zum Glück haben sie den ganzen Morgen über keine gefangen. So kamen wir also mit leeren Händen zurück, aber toll wars trotzdem. Frühstück und dann wieder ins Boot, zusammen mit zwei netten Kolumbianerinnen. So fuhren wir der Küste entlang, an vielen Höhlen vorbei, zum Pilon de Azúcar. Die Damen bestiegen ihn, und ich genoss einfach den tollen Strand.

Als nächstes fuhren wir dann zu einer großen Höhle, der cueva del Diablo, der Teufelshöhle. Der nächste Stop war früher ei sehr sehr wichtiger Ort für die Wayúus, denn in einer Wüste gibt es normalerweise kein Wasser und Salzwasser kann man nicht trinken! Doch das Ojo de Agua, das Wasserauge war die Lösung. Direkt am Meer gibt es diesen kleine Wasserloch, das Süßwasser enthielt. Wie dies sein kann konnte uns niemand erklären, doch es war tatsächlich Süßwasser.

Heutzutage gibt es Wassertransporte auf die Halbinsel und jede Familie erhält 900 Liter Wasser pro Woche. Klingt viel ist es aber nicht! Von dort aus sind wir dann nochmal auf einen Hügel gestiegen, von wo aus man eine super Sicht auf die Umgebung hatte.

Alles in Allem hat sich die Ausfaht echt gelohnt. Abends haben wir dann noch ein Lagerfeuer direkt am Strand gemacht und uns mit Chirrichirri, dem Schnaps für Eingeborene, noch einen Abschiedstrunk gegönnt, da es morgen zurück nach Taganga gehen sollte.

Um 6 Uhr fuhr der Bus!! Schrecklich! In Uribia angekommen, fuhren wir weiter nach Manaure, wo Salz gewonnen wird. Sehr interessant. Man leitet Salzwasser in große Felder ein, lässt das einige Zeit stehen, das Wasser verdunstet und zurück bleibt Salz! Intelligent, was?

Von dort aus sind wir nach Rioacha zurück und dort haben wir dann noch die Flamingolagune (leider ohne Flamingos) besichtigt. Toll an der Sache war, dass wir mit nem Holzboot über die Lagune gesegelt sind! Vögel gabs reichlich zu sehen. War trotzdem toll.

Die Busfahrt nach Taganga hab ich mit Lesen verbracht! Die erste Dusche nach 4 Tagen hat dann sehr gut getan. Nach einer leckeren Lasagne und einer Limonade mit Fingernagel darin, hab ich mich dann gebettet. Morgen geht’s nach Cartagena und dann nach Panamá!

Steffen

Wüste trifft Meer

Wüste trifft Meer

Tags: cabo de vela, guajira

Comments

1

Hi Steffen-Onkel,
auch wir sind sehr stolz auf unsere kleine Enkeltochter Lina und haben ihr - wie versprochen- beim ersten Besuch Dein Päckchen überbracht, alle waren sehr bewegt und haben sich riesig darüber gefreut.
Dein Bericht über den Ausflug an die Kolumbianische Karibik-Küste einfach wunderbar und Strände gibt es da, unglaublich. Da hat sich die anstrengende Fahrt doch wirklich gelohnt. Faszinierend sind auch wieder Deine Bilder, sei`s vom Sonnenuntergang, Sonnenaufgang oder von der Wüste, die direkt in`s Meer grenzt! Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie schön und abwechslungsreich es auch jetzt wieder in Kolumbien ist.
Steffi hat sich zwischenzeitlich bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass sie gerne wieder Transatlantische
Postbotin macht. Wir haben mit ihr vereinbart, dass wir uns nach Ankunft Deiner bestellten Hängematte in Stuttgart treffen werden, um ihr die gewünschten Dinge wie Haribo usw. zu überbringen.
So Steffen das war`s für heute, wir wünschen Dir für Deine Weiterreise nach Panama ein einigermassen gutes
Schiff, einen günstigen Fahrpreis und weiterhin alles Gute. Paß gut auf Dich auf!
Liebe Grüße Mutti u. Papa
Dank für Deine Checkliste!

  Brigitte Aug 26, 2009 8:23 PM

2

Hallo Onkel Steffen ;-)
....einfach scheeeeee Deine Bilder, Aaron findet ja auch Deine Essbilder immer ganz besonders interessant ;-)!
Bei uns ist zur Zeit auch Sommer, hoffentlich bleibts noch a bissle so !
Schön ,dass es Dir gut geht, mach weiter so !
Tausend Grüßle aus Ebbinge von den Maiers

  Caro u. Steffen Aug 31, 2009 4:51 AM

3

Hallo Steffen,
bei uns regnets grad, aber es isch net kalt.Gratuliere zum Onkele, mittlerweile haben wir uns die kleine Lina angeschaut.süüüüsssssssssssss.
Bei deinen tollen Bilder könnt mer grad schnell Koffer packe, aber koin Angscht mir komme net.
Ich hoffe du kannscht noch schwäbisch bis de hoim kommscht, wen net dann lernscht wieder.
Immer gern lese ich deine Geschichten und du schreibst die wunderbar, ich freue mich immer aufs neue darauf.
bleib gesund mach weiter so
Liebe Gruesse von Timo und Maren und Erhard.
P.S. Timo hat den Führerschein und muss wieder malochen.
LG Elli

  Elli Sep 2, 2009 5:30 AM

4

ALLES ALLES GUTE ZU DEINEM 31.GEBURTSTAG.


GRUSS NIHAL

  nihal köse Sep 7, 2009 9:29 PM

5

Hi Stef,
stell dir vor kaum bist du weg und ich denke "rechtzeitig" an deinen Geburtstag. Geschenk ist bereits auch schon verpackt ( kann allerdings bedenkenlos noch warten bis März'10). Super liebe Grüsse und einen dicken Drücker zum Geburtstag sendet dir ; - >>.
Esse heute ein extra großer Stück Torte und ein Stück Pizza belegt mit Ruccula für dich mit. Lg ; - >>

  Marina Sep 8, 2009 1:52 AM

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