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In 99 Tagen um die Welt

Angekommen

THAILAND | Thursday, 23 August 2007 | Views [427] | Comments [1]

Tuk-Tuks preschen durch die Strassen, immer SEHR um Touristen bemueht.

Tuk-Tuks preschen durch die Strassen, immer SEHR um Touristen bemueht.

Hallo zusammen,

Also der Reihe nach wie ich nach Thailand gekommen bin und erste Impressionen.

Die Reise von Erfurt nach London verlief reibungslos, wenn man einmal von einer Schaffnerin der DB absieht, die ihre Kollegin informierte: "Die Dame habe ich schon kontrolliert!!", wobei sie wild in meine Richtung gestikulierte. Die andere Schaffnerin erlitt einen Lachkrampf, musste sich setzen und die Ansage fuer Eisenach verschieben. Spaeter entschuldigten sich beide bei mir, sie haetten eine kurze Nacht gehabt, bedankten sich fuer die kleine Aufheiterung und zogen in Fulda von dannen.

Auf dem Flug London - Bangkok sass ich neben zwei sympathischen Irinnen. Beide Grundschullehrerinnen starteten sie gerade in ein freies Jahr rund um die Welt. Wie auch mein Hintermann, ein trinkfester belgischer Dachdecker mit Sprachtalent auf dem Weg in ein Australien-Jahr, waren beide redegewandt, weltoffen und franzosenfeindlich. Nein, das ist kein Widerspruch. So unterhielt ich mich 2 Stunden mit allen und vertrieb mir die restliche Flugzeit (12h) mit dem Video-on-demand-Programm. Tetris, Borat und Shrek dem Dritten seien an dieser Stelle namentlich erwaehnt, da ich in diesen unwirklichen Stunden ohne sie vor Langeweile vergangen waere. Dem Eingeweihten sei Qantas - Australian Airlines wegen ihrer hervorragenden Rohkostfruchtplatte als Fluggesellschaft empfohlen.

15:55, Dienstag 21.08.07, Landung Bangkok

Erfreulicher Weise machten weder Grenzkontrolle noch Zoll irgendwelche Beanstandungen, sodass ich mich auf direktem Wege zum Flughafenbus AE2 nach Banglampuh bewegen konnte. Hier lernte ich meine erste Lektion in Sachen thailaendische Verkehrssicherheit. Im Bus wurde mir ein Platz auf einem quadratischen gepolsterten Lederkissen zugewiesen, den ich mir mit 2 anderen Touristen teilte. So warteten wir direkt vor der Windschutzscheibe ohne Moeglichkeit zum Festhalten auf Brusthoehe des tiefer sitzenden Fahrers auf die Abfahrt. Den eigentlichen Schock bekam ich aber, als wir gerade aus dem Flughafen herausgefahren waren. In Thailand herrscht Linksverkehr!! Das war mir bei meinen Reisevorbereitungen entgangen. Gut dass ich noch keinen Mietwagen bekomme, sonst waere ich wohl weniger glimpflich zum Hotel gekommen. Im Bus fiel mir noch ein seltsamer Knopf ins Auge: Auf ihm war das Hinterteil des Buses zu sehen, an dem ein offener Bremsschirm hing. Praktische Einrichtung. So kann man sich das wechseln der Bremsbelaege sparen. Im Touristenviertel Banglampuh angekommen, ging ich die mittlerweile im 'Dunkeln'der Nacht liegende Thanon Kao San hinunter. Ein Meer von Lichtern, Musikern, Touristen, Verkaeufern und Geruechen formten ein Bild wie aus dem Dokumentarfilm. Kurz nachdem ich meinen Koffer in meinem 12,60 EUR teuren Zimmer (DU,WC, Klimaanlage, Doppelbett, sehr sauber) abgestellt hatte, ging ich wieder nach draussen. Ich fuehlte mich wie in einer anderen Welt. Motorraeder und Tuk-Tuks preschen durch die engen Gassen zwischen Staenden und Menschen. Alles ist hellerleuchtet, aus den Bars droehnt Musik, an jeder Ecke gibt es Fruechte. Und dann sah ich ihn: Der einzige Mann, der an diesem Abend noch Durian verkaufte. Ich nahm eine ca. 3 Kilo-Frucht fuer 1,40 EUR mit - delizioes. Hier kann man guenstig leben.

Mittwoch 22.08.07, 21.45 Uhr, 28 Grad:

Die Nacht war kurz. Der Jetlag kam sterker durch als gedacht. Vor drei Uhr war auch mit Gutem Willen kein Schlaf zu finden. Leider wurde auch aus den folgenden 6,5h kein durchgehendes Schlafvergnuegen. Punkt 5 wurde ich von einem lauten, das Viertel durchziehenden Schrei geweckt. Nach drei Minuten war ich mir sicher, dass ich DOCH in Bangkok bin und nicht in Saudi-Arabien. Der Muezzin der oertlichen Moschee rief seine Glaubensbrueder zum Morgengebet. Das tat er in einer Lautstaerke als wolle er Allah persoenlich aus dem Schlaf reissen.

9:30 zwang ich mich aufzustehen. DEET und Sonnencreme aufgetragen ging ich los in Richtung des Grand Palace, des koeniglichen Palastes. Nach drei Anlaeufen ueberwand ich mich die achtspurige Kreuzung ohne Fussgaenger Ampel einfach zu ueberqueren. WIE eindrucksvoll der Palast (Wat Phra Kaeo) und der aelteste Tempel Bangkoks (Wat Po) waren, muss wohl kaum ausgeschmueckt werden - Schaut euch nur die Bilder an.

Interessant aber folgendes: Vor jedem Tempel, den man nur barfuss betreten durfte war ein Schuhregal fuer Thais und eins fuer Auslaender. Ebenfalls war es verboten, die Fuesse in Richtung des Buddhas zu strecken. Das stelle man sich nur mal in Deutschland vor. Vor jeder Kirche muss der Auslaender seine Schuhe ausziehen, darf sie aber nicht ins Deutsche Regal stellen. Waere wohl ein Skandal.

Mittag war ich wieder auf einem Markt, diesmal aber einem groesserem. Fuer 50 Cent bekommt hier jeder mehr aus einem der tausenden Woks als er je auf einmal essen koennte. Und dem Eingeweihten laesst ein Traumpreis von 0,25 EUR pro Kilo wohl sehnsuechtig seufzen.

Meine taegliche Durianfrucht war heute noch besser als gestern. Das Hotelpersonal hat mich auch schon ins Herz geschlossen, da ich soviel Durian esse. Das liegt sozusagen der gemeinsame Punkt von allen - Die Duriansucht.

Habe mein Zugticket in die Provinz gekauft. Spaeter abends wurde ich noch von drei zwoelfjaehrigen Maedchen angehalten. Sie wollten, dass ich bei den Hausaufgaben helfe. Nein, Marco A., Franz G. und alle anderen Fantasiereichen, es handelte sich nur um ein Interview.

So ich habe keine 10-Baht-Stuecke mehr, naechstes Mal geht es weiter.

Tags: Culture

Comments

1

wow, ich bin beeindruckt von dem bericht. super geschrieben und man kanns echt gut nachvollziehen. Muss wirklich schön sein da unten^^

ich musste wirklich lachen, als ich das mit den schuhen gelesen habe. du hast den nagel wirklich auf den kopf getroffen^^

also dann, ich wünsche dir noch viel viel spaß,
bis denn

Steffen

  Steffen Sep 1, 2007 2:07 AM

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