so fuehlt sich also reisemuedigkeit an...
nach einem so beschwingten tag gestern erwachte ich heute aus unruhigem schlaf und nichts stimmte mehr! Ich war total ermattet, mein Schlafsack stank nach Rauch (langsam erkenne ich dass inzwischen alle meine sachen nach rauch stinken, kein wunder bei der raucherhoehle in der ich lebe)... ekelhaft... die luft in unserem zimmer, Rajs zimmer, haette schlechter nicht sein koennen... mein bauch tat nach wie vor weh... und ich fuehlte keinerlei motivation um mich aufzuraffen und das haus zu verlassen. paradox... war ja eigentlich alles was mich stoerte zum fluechten aus diesem loch. Der tag hatte ja auch erst begonnen, er konnte also nur besser werden... falsch: das unverstaendnis bedingt von kultureller andersartigkeit machte mich traurig und sauer. Ich merkte auf einmal wie eine reisemuedigkeit aufstieg die ich bisher noch nicht kannte.
Bemueht aus meiner negativen Stimmung zu finden, beschloss ich fuer 2 tage nach Thamel (Touristenviertel) in ein Hotel zu ziehen, ein bisschen raum fuer mich selbst zu gewinnen und meine Cookiewalla-familie zu besuchen. Nach einem langen spaziergang durch die strassen kathmandus begann sich die schwere in meinem koerper zu lichten und ich konnte mich dem nepalesischen trubel wieder hingeben. Der Genuss an der kultur kam zurueck... ich erfreute mich an den reichverzierten Gebaeuden des Durbar Squares (alter Koenigspalas), den aufwendig geschnitzten Tuer- und Fensterrahmen ... wunderschoen... blumen, goetter, drachen, gesichter, abstrakte muster... so viele details waren zu finden.
Durch die altstadt schlendere ich in richtung Thamel... 
viele schmale strassen und gaesschen fuehren mich kreuz und quer und es gefaellt mir. ich lasse mich treiben in der masse... vorbei an endlosen kleinen geschaeften und staenden bei welchen man alles finden kann was das nepalesische herz begehrt, vorbei an gemuese und gewuerzhaendlern, an sari und stoffverkaeufern, vorbei an totem tier und zahlreichen local restaurants...


die masse in der ich treibe besteht aus mensch und tier: fussgaenger, motorraeder, kinder, rikschas, huehner, busse, ein paar autos, hunde, taxis (welche dich zu verfolgen scheinen, auf dass du endlich einwilligst einzusteigen), heilige kuehe, ziegen und noch so anderes getier... an jeder kreuzung ein tempel, meist hinduschreine oder pagodas, manchmal buddhistische stupas. fuer einen europaeer schiene es auf den ersten blick als gaebe es keinerlei ordnung, keinerlei system, aber das stimmt nicht ganz... es gibt regeln, es gibt verkehrspolizisten, es gibt eine art und weise wie man sich verhalten sollte... nur nimmt man es hier damit einfach nicht ganz so genau! und es scheint zu funktionieren fuer die nepalesen... keiner verknotet sich in den anderen, keinem werden die fuesse weggefahren, unfaelle passieren hier wie auch bei uns. Ich merke wie sehr ich mich schon an dieses chaos gewoehnt habe, ich finde meinen weg; ich kann relativ entspannt die strasse ueberqueren; ich erschrecke nicht mehr bei jedem gehupe hinter, neber oder vor mir; ich beanspruche meinen platz auf der strasse mit viel mehr selbstbewusstsein und gelassenheit... ich fuehle mich grundsaetzlich gut wenn ich mich durch die Stadt bewege. Im gegensatz zu meinem fluchtbeduerfnis der ersten tage in crazy kathmandu ist das eine sehr willkommene entwicklung.
Angekommen in Thamel bei meiner Cookiewalla-family fuehle ich mich schon viel beschwingter. das herzliche willkommen meiner freunde Gokarna und Preme laesst auch mein laecheln wieder zurueckkehren. was fuer schoene menschen! bei kerzenschein (electricity-cut every day at least once) kann ich mein herz erleichtern und mit chia (suessem milch-tee) erwaermen. Das lachen mit Freunden tut sooo gut. Ich lerne Chapatis zu backen und darf bei der zubereitung von 'hello to the king' - the best desert on earth - helfen. hihi... cookiekruemmel zu machen, macht sehr viel spass!