Killer on a shoestring

One Year (back) on the travelling road...

Killer in Syria

NEPAL | Friday, 11 July 2008 | Views [137]

   

Welcome to SYRIA (3 Tage)

Datum: 16.05.08 – 17.06.08 and 21.06.08

Tag 1: Damascus (Exploring Damascus and applying for a new Finnish passport)

Tag 2: Palmyra (fantastic Roman ruins in Palmyra)

Tag 3: Aleppo (getting lost in these mazelike lanes in the old town)

 

Grenzübertritt nach Syrien und Weiterfahrt nach Damaskusa

Wie im „Lifereport Israel“ ausführlich beschrieben, hat mich die verweigerte Einreise nach Israel (da sich die laminierte Hauptseite aus dem Pass herausgelöst hat) zurück nach Jordanien (wo ich auf dem finnischen Konsulat war) und an dem selben Tag weiter nach Damaskus in Syrien geführt, um auf der finnischen Botschaft einen neuen Pass zu beantragen.

Die Einreise nach Syrien ist in verschiedenster Hinsicht „tricky“:

Zum einen steht im Reiseführer, dass das Visum zwingend bei der Botschaft im Heimatland beantragt werden muss und nur jene Reisende ein Visum an der Grenze erhalten, bei denen es keine syrische Botschaft im Heimatland gibt. Gemäss Internet Research gibt es keine syrische Botschaft in Helsinki, so dass ich davon ausgehen konnte, das Visum an der Grenze zu erhalten. Diese Annahme wurde insofern gestärkt als ich von anderen Reisenden gehört haben, dass in jüngster Vergangenheit gar Reisende mit einer syrischen Botschaft im Heimatland und selbst Amerikaner (wenn auch mit einer willkürlichen Wartezeit von 8h!!) ein Visum an der Grenze bekommen haben...

Zum anderen war fraglich, ob die syrischen Grenzbehörden mich mit meinem „kaputten“ Pass ins Land (ein)reisen liessen. Wie im „Lifereport Israel“ beschrieben, habe ich die herausgefallene Seite mit einem durchsichtigen Klebeband wieder im Pass fixiert und gehofft, dass die Grenzbeamten dies nicht bemerken resp. bemängeln würden. Für den „Notfall“ hatte ich das Schreiben der finnischen Botschaft in Damaskus in der Tasche, in dem dargelegt ist, dass ich mich zwecks Beantragung eines neues Passes auf dem Weg zur Botschaft in Syrien befinde und zwischenzeitlich der alte resp. kaputte Pass als echt/gültig betrachtet werden soll.

Nicht zuletzt gehört Syrien zu den Ländern, welche Israel nicht als souveränen Staat anerkennen und entsprechend Touristen, welche sich nachweislich in Israel aufhielten, die Einreise nach Syrien kategorisch verweigern. Da ich gemäss der im „Lifereport Israel“ beschriebenen Strategie die jordanischen Grenzbeamten gebeten habe, bei der Aus- und Wiedereinreise nicht meinen Pass, sondern ein separates Blatt Papier zu stempeln, konnte man mir die (gescheiterte Ein-) Reise nach Israel nicht nachweisen und ich musste deshalb zumindest diesbezüglich beim Grenzübertritt nach Syrien mit keinen Problemen rechnen...

Mit mächtigem Herzklopfen bin ich bei der jordanisch/syrischen Grenze aus dem shared Taxi gestiegen und habe mich ins Immigration Office begeben. Die Ausreise aus Jordanien hat problemlos geklappt und die eingeklebte Seite wurde glücklicherweise auch bei der Einreise in Syrien nicht bemerkt/bemängelt..., yuuuuuuhuiiiiiiiiiiii.... Das Syrien Visum (Preis USD 28 => somit richtiger „Spottpreis“ im Vergleich zu den Visakosten für gewisse afrikanische Länder...) konnte ich problemlos an der Grenze erwerben. Etwas umständlich war lediglich, dass ich zuerst zum Immigration Office (für die Visa Beantragung), dann zur Bank (zur Bezahlung des Visa in USD), dann zum Stamp Office (wo ich mit dem Bankbeleg die Visa Marken kaufen konnte) und schliesslich zurück zum Immigration Office (für die Ausstellung des Visas und das Einkleben der Visa Marken in den Pass) geschickt wurde. Doch dies war nicht wichtig, da einzig zählte, dass ich das Visum im Pass hatte und erfolgreich ins Land einreisen konnte...!!!

 

Damaskus – Adminstratives (Pass Neubeantragung)

Nach solch einem ereignisreichen Tag bin ich nicht in Jerusalem, sondern in Damaskus auf einer Matratze auf dem Dach des Hotels eingeschlafen. Dass es mit der Einreise nach Israel nicht geklappt hat, war zwar ärgerlich (es war schon seit vielen Jahren ein Traum von mir Jerusalem, Tel Aviv und v.a. auch das tote Meer zu besuchen...), doch nicht sooooooo schlimm, da ich jederzeit in Zukunft von der Schweiz nach Israel fliegen und dort 1-2 Wochen verbringen kann...

In Damaskus habe ich mich zwecks Beantragung eines neuen Passes auf die finnische Botschaft begeben müssen. Wie nicht nur der Fall in Äthiopien gezeigt hat, haben Taxi Fahrer trotz Angabe der Zieladresse häufig nicht die geringste Ahnung, wo sich ein bestimmtes Hotel oder eine bestimmte Botschaft befindet. So war ich froh, dass die finnische Botschaft in Damaskus auf einer Strassenkarte in meinem Hotel eingezeichnet war und ich mich zu Fuss (rund 20min Marsch) dorthin begeben konnte. An der besagten Stelle war jedoch keine finnische Botschaft zu finden, so dass ich das Quartier auf und ab gelaufen bin und schliesslich mit grosser Freude eine finnische Flage vor einem Haus erblickte... Dies war jedoch nicht die Botschaft, sondern die Residenz des finnischen Botschafters...;-)))) Glücklicherweise konnte der Wachtmann der Residenz einen Taxifahrer den Weg erklären, so dass ich mich ins Taxi gesetzt und nach einer kilometerlangen (!!!) Fahrt die heiss-ersehnte finnische Botschaft gefunden habe...

Die finnische Botschaft befand sich in einem wunderschönen Gebäude und im Garten war gar ein Swimming Pool. Dieser war aber – trotz den tropischen Temperaturen – nicht mit Wasser gefüllt und entsprechend eine eher triste Erscheinung... Man erklärte mir hierzu, dass die Botschaft unter Berücksichtigung der grossen Wasserknappheit im Nahen Osten mit einem guten Beispiel vorangehen und nicht unnötig Wasser verschwenden wollte. „Fair and understandable enough“ konnte ich dazu nur sagen...

Wie mir bereits das finnische Konsulat in Amman mitgeteilt hat, kann auch die finnische Botschaft in Damaskus keinen neuen Pass; auch nicht einen mit z.B. einer Laufzeit von 1 Jahr, ausstellen, da seit geraumer Zeit die Passausstellung nur noch in Helsinki erfolgt. Dies scheint auch in anderen Ländern gängige Praxis zu sein, da ich von einer Österreicherin gehört habe, dass ihr die Botschaft lediglich einen „Notpass“ (=Dokument, welchem es dem Träger erlaubt nach Hause zu reisen) ausstellen konnte. Ein „Notpass“ hätte auch ich erhalten; doch das kam für mich nicht in Frage, da ich mich noch Mitten auf meiner Weltreise befand und nicht vorzeitig in die Schweiz zurückkehren wollte... So habe ich mich dafür entschieden, mit meinem behelfsmässig reparierten Pass weiterzureisen (Ausreise Jordanien und Einreise Syrien hat ja bestens geklappt...), aber dennoch auf der Botschaft in Damaskus einen neuen Pass zu beantragen. Hierfür musste ich lediglich ein paar Antragsformulare (hmmmmmm, die waren alle auf finnisch....; glücklicherweise war die Dame von der Botschaft mir beim Übersetzen behilflich...) ausfüllen und nichts bezahlen (dies da ich lediglich den Ersatz des alten Passes beantragt habe; d.h. Gültigkeit des neuen Pass ist analog dem alten bis im Juli 2011). Diese Daten wurden von der Botschaft elektronisch erfasst und inkl. Scan meines Fotos dem Passbüro in Helsinki übermittelt. Die Aussstellungs- und Versandzeit beträgt rund 10 Tage und der Pass lässt sich in irgendeiner finnischen Botschaft in der Welt abholen. Da ich nicht 10 Tage in Syrien ausharren wollte, habe ich die Botschaft in Damaskus gebeten, den neuen Pass von Helsinki direkt zur Botschaft in Ankara in der Türkei zu senden. Dies da ich zwecks Ausstellung des Iran Visa sowieso nach Ankara reisen werde und dann den neuen Pass problemlos auf der finnischen Botschaft in Ankara abholen kann. Um mich zwischenzeitlich abzusichern, habe ich die Botschaft in Damaskus gebeten, das zwecks Einreise nach Syrien erhaltene und oben erwähnte Schreiben zu aktualisieren. In der neuen Version wir festgehalten, dass sich die Hauptseite aus meinem Pass gelöst hat; ich am 16. Juni bei der Botschaft in Damaskus einen neuen Pass beantragt habe; die Ausstellungszeit jedoch 3-4 Wochen beanspruchen kann und deshalb zwischenzeitlich der alte resp. kaputte Pass als echt resp. gültig betrachtet werden soll. Gewieften Lesern wird bereits aufgefallen sein, dass in diesem Schreiben eine Ausstellungszeit von 3-4 Wochen erwähnt wird, während gemäss obigen Erläuterungen die Ausstellungszeit effektiv rund 10 Tage beträgt. Dies hat damit zu tun, dass ich – falls der neue Pass bei meiner Ankunft in Ankara noch nicht ausgestellt sein sollte – meinen alten Pass nicht nur für die Einreise in die Türkei, sondern auch für die nachfolgende Einreise nach Iran und Pakistan verwenden wollte. Somit war ich darauf bedacht, dass das Schreiben auch die Periode in Iran (in 3 Wochen) und Pakistan (in 4 Wochen) abdeckt. Nach der Ankunft von Nicole in Islamabad (Pakistan) in 4 Wochen, werde ich sowieso vom finnischen Pass auf den schweizer Pass (zurück-)wechseln. Dies da die von Nicole in den vergangenen Wochen erfolgreich beantragten Visa für China, Kasachstan und die sonstigen *stan Länder allesamt in meinem schweizer Pass enthalten sind...;-)))

 

Damaskus - Sightseeing

Nach der Erledigund all dieser adminstrativen (Pass-)Angelegenheiten, war ich defintiv ready für Power-Sightseeing in der Altstadt von Damaskus. Zu den touristischen Attraktionen in Damaskus gehören die römische Stadtmauer (welche in den letzten 2000 Jahren mehrmals wieder aufgebaut wurde), die Umayyad Moschee (gebaut AD 705 und voll von wunderschönen, goldenen Mosaiken) und der Azem Palast. Natürlich durfte auch ein Schlendern durch die gedeckten Souqs nicht fehlen..., obwohl sich meine Shopping Laune ziemlich in Grenzen hielt..., da mein (Rück)weg (in die Schweiz) noch lang und mein Rücksack schon jetzt schwer genug ist...

 

Sightseeing in Palmyra

Viele Länder im nahen/mittleren Osten, haben zumindest an einem Ort fantastische römische Ruinen. Was in Jordanien „Jerash“, im Libanon „Baalbek“ und in der Türkei u.a. „Ephesus“ ist, ist in Syrien „Palmyra“. Der Weg von Damaskus nach Palmyra führt 3h durch die syrische Wüste und wäre eine äusserst schweisstreibende Angelegenheit, wenn der Bus nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet gewesen wäre. Nachdem ich schon in verschiedenen tropischen Orten der Welt die kühleren Temperaturen am Abend kennen- und liebengelernt habe, habe ich einmal mehr nicht in einem Zimmer, sondern auf dem Dach des Hotels im Freien übernachtet. An jenem Abend blies ein starker Wind, so dass ich gar etwas kalt hatte und die ersten Sonnenstrahlen kurz nach 06:00 kaum erwarten konnte... Der Sonnenaufgang war auch mein Weckruf, um die römischen Ruinen in Palmyra zu besuchen. Die von karger Wüstenlandschaft umgebenen Tempelanlagen, imposanten Säulenreihen, der monumentale Triumphbogen und das gut erhaltene Amphiteater haben mir allesamt sehr gut gefallen.

 

Sightseeing in Aleppo

Letzter Stop in Syria vor meinem Grenzübertritt in die Türkei war Aleppo. Die Stadt steht auf dem Reiseplan fast aller Touristen und ist bekannt für die faszinierenden, gedeckten Souqs (= Märkte) und die „Citadel“ (=Burg), welche auf der Spitze eines kegelförmigen Hügels trohnt.... Daneben liegt inmitten der Stadt das riesige und imposante Sheraton Hotel. Während ich mich auf meinen Rucksackreisen nicht gross um *****Hotels kümmere, war dies in Aleppo anders, da ich davon gehört habe, dass das Sheraton das EM Viertelfinalspiel Holland – Russland auf dem Dach auf Grossleinwand überträgt. So haben sich Miles (der Canadier, den ich Tage zuvor im Libanon kennengelernt habe => vgl. hierzu Lifereport Lebanon) und ich in unsere schönsten Klamotten (welche wir in Beirut gekauf haben => vgl. hierzu ebenfalls Lifereport Lebanon) geworfen und uns zu den „Schönen&Reichen“ ins Sheraton gestürzt. Der Abend war ein cool, auch wenn das falsche Team gewonnen (na ja, zugegenermassen hat Russland super gespielt...) und das Bier ein halbes Vermögen gekostet hat...

 

Transfer in die Türkei

Nach dem Fussballmatch Holland – Russland haben Miles und ich nicht viel geschlafen, da das Spiel bekanntlich erst in der Verlängerung entschieden wurde und der Bus von Aleppo in Richtung Türkei am Folgemorgen bereits um 05:00 hätte abfahren sollen. So sind wir um 04:30 im Bus Terminal eingetroffen und haben nicht schlecht gestaunt, als weit und breit kein Bus und kaum Leute zu sehen waren... Diese Leute auf den Bus in die Türkei ansprechend, kriegten wir immer „no bus today, you have to take taxi“ zu hören... Ich habe diesen Leuten kein Wort geglaubt, da wir die BUSTickets erst am Vorabend gekauft haben und auf meinen Reisen schon so oft irgendwelche („kommissionshungrige“) Typen behauptet hatten, dass es keinen Bus gibt, um mich so zur Fahrt in einem (überteuerten) Taxi zu bewegen... Da es erst 04:30 Uhr war, wollte ich zumindest die offizielle Abfahrtszeit um 05:00 abwarten und schauen, ob tatsächlich kein Bus im nächsten Moment um die Ecke und ins Terminal reinfährt... Na ja..., scheint als hätten mich die Typen für einmal tatsächlich nicht belogen...; denn es kam und kam kein Bus und ein Einheimischer, welcher am Vorabend ebenfalls ein Busticket gekauft und in die Türkei reisen wollte, hat sich nach einem Gespräch mit den herumstehenden Typen auf die Suche nach einem Taxi gemacht. So sind Miles und ich ebenfalls ins Taxi gestiegen und wurden so richtig eingequetscht, da – Afrika lässt grüssen – 4 Leute auf der Rückbank und 2 auf dem Beifahrersitz Platz nehmen mussten... Immerhin konnten wir dem Taxi Fahrer unsere Bus Tickets geben (ich nehme an, dass er hierfür von der Bus Company einen Refund bekommen wird) und mussten deshalb nur einen unwesentlichen Aufschlag (total USD 5 für Miles und mich) bezahlen... Dass der Taxifahrer ein richtiger „Gauner“ war, hat sich dann aber an der Grenze gezeigt... So hat er im Duty Free eine Vielzahl von Stangen Zigaretten gekauft und Teile davon kurz vor der Grenze irgendwo im Busch versteckt und von den Restlichen je eine Stange jedem Passagier in die Hand gedrückt... Na ja, natürlich war er kein Weihnachtsmann und hat die Stangen Zigaretten nach der Grenze von uns wieder zu sich genommen..., um sie dann mit einem guten Profit in der teuren Türkei zu verkaufen... Schlauer Taxifahrer müsste man sein...; denn bei all den Stangen Zigaretten war das definitiv leicht und gut verdientes Geld...

 

 

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