Killer on a shoestring

One Year (back) on the travelling road...

Killer in Egypt

EGYPT | Monday, 30 June 2008 | Views [123]

   

Welcome to EGYPT (6 Tage)

 Datum: 05.06.08 – 10.06.08

Tag 1: Aswan (Arrival in Aswan and enjoying a relaxing Felucca trip on the Nile)

Tag 2: Aswan (Excursion to Abu Simbel; Egypt’s most beautiful temple)

Tag 3: Luxor (visit the famous monuments in and around Luxor)

Tag 4: Cairo (Tutankamen’s tomb in world famous Egypt Museum)

Tag 5: Cairo (Visa and administration day)

Tag 6: Cairo & around (enjoying downtown Cairo and all the pyramids around)

Ankunft in Ägypten – Fähre von Wadi Halfa (Sudan) nach Aswan (Ägypten)

Um von Sudan nach Ägypten zu gelangen, musste ich die Fähre von Wadi Halfa (Sudan) nach Aswan (Ägypten) nehmen, um damit den Lake Nasser, den zweitgrössten Stausee der Welt, entstanden durch die Stauung des Nils, kurz vor Aswan zu überqueren. Die Fähre ist am Mittwoch Nachmittag mit einigen Stunden Verspätung in Wadi Halfa losgefahren und hat bereits nach einigen Stunden Fahrt die Grenze zu Ägypten überquert.

Wie im Lifereport Sudan beschrieben, habe ich im Sudan drei weitere Touristen kennengelernt. Während sich die Drei (1 Engländer, 1 Äthiopierin und 1 Holländerin) ein Bett in der Kabine geleistet haben, habe ich selbst etwas Geld sparen und auf dem Deck im Freien nächtigen wollen. Die Athmosphäre auf dem Deck war richtig friedlich, zumal hunderte von anderen Personen sich mit ihrem Hab und Gut ebenfalls auf dem Boden ausbreiteten und einen farbenprächtigen Anblick boten. Die begehrtesten Plätze waren diejenigen im Schatten unter den Rettungsbooten, weil die Temperaturen selbst in den Abendstunden noch sehr hoch waren und nur der Fahrtwind etwas zur Abkühlung beitrug. Während ich somit problemlos auf dem Deck hätte übernachten können, habe ich als Schlafplatz schlussendlich den Boden in der Kabine des Engländers gewählt, weil es in der Kabine eine Klimaanlage gab und mein Schlaf dort nicht von um mich resp. über über mich trampelnden Personen gestört wurde...

Am Folgetag hat die Fähre kurz gegen Mittag in Aswan angeglegt. Bereits während der Fahrt mussten wir vernehmen, dass wir nach dem Anlegen in Aswan solange auf der Fähre verharren müssen, bis die ägyptischen Grenzbeamten die Einreiseformalitäten für ALLE Passagiere abgewickelt haben. So haben wir erst nach rund 2h warten unsere Pässe (welche uns beim Besteigen der Fähre in Wadi Halfa abgenommen wurden) zurückerhalten und konnten das Festland betreten...

Aswan und Abu Simbel Temples

Mit der Ankunft in Aswan war es Zeit, von den drei anderen Backpackern Abschied zu nehmen. Der Engländer reiste per Zug und die beiden Backpackerinnen per Nilschiff nach Luxur weiter, während ich selbst die berühmten Tempel von Abu Simbel besuchen wollte. Der Abschied war nicht ganz leicht....

Aswan liegt an einem sehr schönen Abschnitt des Nils und das Schlendern entlang der Promenade offenbart einen wunderbaren Blick auf die mit Palmen besetzte Insel- und Flusslandschaft. Ein besonders unvergessliches Erlebnis war die Erkundung der Region auf einem traditionellen „Felucca“ Segelschiff. Nach der langen und staubigen Reise vom Sudan nach Aegypten konnte ich mir nichts schöneres vorstellen, als während 1.5h auf dem Segelschiff zu liegen und dabei in der Abendsonne die wundervolle Nillandschaft zu geniessen...

Nach diesem relaxten Felucca Segelerlebnis habe ich mich bald auf dem Boden der Realität wieder gefunden, da ich am Folgemorgen bereits um 03:30 von einem Minibus bei meinem Hotel abgeholt wurde. Das Ziel dieser frühmorgendlichen Exkursion waren die berühmten Tempel von „Abu Simbel“ (für viele die Schönsten Tempel in ganz Ägypten), welche rund 250km resp. 3.5h Busfahrt südlich von Aswan und nahe der sudanesischen Grenze am Ufer des Lake Nasser liegen. Nur zu gerne hätte ich am Vortag die Fahrt auf der Fähre von Wadi Halfa nach Aswan in Abu Simbel unterbrochen. Da dies aber nicht möglich ist, war ich gezwungen, nach Ankunft in Aswan per Bus nach Abu Simbel zurückzukehren und damit einen „Umweg“ von rund 500km in Kauf zu nehmen...

Wie viele Strecken in Upper Egypt, ist auch die Strasse von Aswan nach Abu Simbel aufgrund der Gefahr von Terroristenanschlägen nicht frei befahrbar und muss im Konvoy absolviert werden. Nachdem ich während Monaten praktisch immer alleine auf weiter Flur am Reisen war, wurden mir die Auswirkungen des Massentourismus an jenem Morgen jäh vor die Augen geführt. Ich konnte es kaum glauben, als ich bei der Ankunft meines Minibusses beim Konvoy Sammelplatz kurz vor 04:00 durchs Fenster mindestens 30 grosse Reisecars mit tausenden von Touristen erspähte und Stunden später bei Besuch der Tempel von Abu Simbel im Slalom Kurs meinen Weg durch all die Touristengruppen bahnen musste. Ich mag zwar immer noch der einzige Backpacker gewesen sein (das liess sich aufgrund der Kleidung leicht erkennen...), doch ging ich in der Heerschaar von Pauschalreisenden völlig unter... Nichts gegen all die hundertausenden Pauschalreisenden, welche Ägypten jährlich besuchen, doch nach all den Monaten in der afrikanischen „Isolation“ hatte ich mit der Ankunft in der Zivilisation in Ägypten defintiv einen Kulturschock und wollte mir schon gar nicht vorstellen, wie viele Touristen in der Hochsaison die Touristenattraktionen in Ägypten überfluten... Nur zu gut vermochte ich mich daran erinnern, wie ich lediglich eine Woche zuvor im Sudan die beeindruckenden Pyramiden von Begrawiya nur für mich alleine hatte und das Fotografiervergnügen nicht durch im Bild stehende Touristengruppen getrübt wurde...;-)))) Leider konnte ich die Tourgruppen nicht umgehen, da aufgrund der Konvoy Restriktionen alle Touristen zur gleichen Zeit in Abu Simbel aufkreuzen und wenig später wieder verlassen müssen. Natürlich hätte ich eine Nacht in Abu Simbel verbringen, die grosse Masse umgehen (am Nachmittag soll es viel weniger Personen haben => dafür ist es aber enorm heiss, was auch nicht wirklich viel Spass bedeutet....) und am Abend die spektakuläre Sound-and-Light-Show bewundern können. Mal abgesehen, dass die Hotels in Abu Simbel für mein Backbacker Budget viel zu teuer waren, kam diese Option nicht in Frage, da ich – aufgrund meines gedrängten Reiseprogramms – bereits am Nachmittag mit dem Zug in Richtung Luxor reisen wollte...

Während die Aussenfassade des „Great Temple of Abu Simbel“ mit den 4 kolossalen Statuen des Pharao Ramses II (bereits) ein beeindruckender Anblick bietet, haben mich v.a. die Wandmalerien im Innern so richtig „umgehauen“. Solch riesige, farbenprächtige, ausdrucksstarke und gut erhaltene Wandmalereien habe ich definitiv noch nirgends auf der Welt gesehen. Umso grösser war die „Trauer“ für mein Fotografenherz, dass im Innern der Tempel selbst ohne Blitz Fotografieren nicht erlaubt war...

 

Ankunft und Sightseeing in Luxor

Viele Touristen absolvieren die Strecke von Aswan nach Luxor auf einem der zahlreichen Luxus Nilschiffe, welche mit Kosten von USD 50/Tag selbst für mich nicht unbezahlbar gewesen wäre. Die Fahrt im Schiff dauert jedoch volle 3 Tage und kam deshalb für mich u.a. aus Zeitgründen nicht in Frage. Zudem bin ich nicht sicher, ob ich – zumindest im Moment - wirklich so ins Bild des typischen Luxus Nilschifffahrers gepasst hätte, so dass ich – falls ich Mal den Bedarf danach verspüren solle, dieses Erlebnis auch in Zukunft nachholen könnte...

Ein riesen Highlight in Luxor war definitiv der beindruckende „Luxor Temple“ und der viel grössere, majestätische „Karnak Temple“ Komplex. Beide bestehen aus einer Unzahl von imposanten Säulen, Statuen, faszinierenden Tempelgebäuden und Wandverzierungen... Den Karnak Temple habe ich nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht besucht, um so – nach der verpassten ersten Chance in Abu Simbel – in Ägypten doch noch eine der legendären „sound-and-light-show“ zu besuchen...

Während der Luxor und Karnak Temple auf der „East Bank“ des Nils liegen, liegen die Pharao Grabkammern im „Tal der Könige“ sowie eine grosse Anzahl weiterer Attraktionen auf einem verstreuten Gebiet in der „West Bank“. So habe ich am Folgetag in den frühen (& herrlich kühlen) Morgenstunden zu einem billigen (=die Nebensaison macht sich bemerkbar; welch Freude!) ein Taxi (na ja, eigentlich mehr ein Minibus mit einem Kuoni Aufkleber) angeheuert, um während rund 4h die West Bank zu erkunden. Dem Ratschlag eines Kollegen von Köln (welcher während des Studiums ein Praktikum bei der deutschen Botschaft in Kairo absolviert hat) folgend, bin ich direkt zum Tal der Könige gefahren, um die dortigen Grabkammern vor dem grossen Touristenanfall in Ruhe erkunden zu können... Tatsächlich habe ich als erster das Gate passiert; wenn auch dicht gefolgt von einem grossen Reisebus...;-)))). Im Tal der Könige wurde eine Vielzahl von Grabkammern gefunden und dem Publikum zugänglich gemacht, doch da der Ticketpreis nur drei Grabkammern beinhaltet, liess ich mich sowohl vom Reiseführer als auch nach dem Zufallsprinzip leiten... Nie und nimmer hätte ich solch ausgedehnte und farbenprächtige Grabkammern erwartet. Ähnlich wie in Abu Simbel war ich fasziniert von den einzigartigen Wandmalereien und „enttäuscht“, kein Foto davon machen zu dürfen... Erneut dem Ratschlag des Kollegen aus Köln folgend, bin ich nach dem Besuch der Grabkammern einen steilen Pfad den Hügel heraufgestiegen, von wo ich einen wunderschönen Panorama Blick über das Tal der Könige hatte. Der Aufstieg vom war ein etwas sonderbares Erlebnis, zumal es überall Schilder mit der Aufschrift „Don’t climb this hill“ gab. Da ich aber vor dem Aufstieg die Sicherheitsleute nach dem Weg fragte und diese mir der Hand den Hügel heraufzeigten, habe ich eben diesen Weg in Angriff genommen und all die Schilder ignoriert... Dabei hatte ich ein etwas flaues Gefühl im Magen, weil aufgrund der latenten Terrorismusgefahr in Ägypten ich nicht plötzlich eine Waffe im Gesicht und im Gefängnis landen wollte... Na ja; da aber die erwähnten Sicherheitsleute mich gut sehen konnten und nicht intervenierten, bin ich eben immer höher den Hügel heraufgestiegen und habe von dort meinen Weg hinunter zum „Temple of Hatshepsut“ fortgesetzt. Der ganze Weg hat rund 45min gedauert und glücklicherweise musste ich nicht denselben Weg zurücklaufen, da ich zuvor meinen Taxifahrer gebeten habe, mich auf der anderen Seite des Hügels abzuholen...

Ankunft & Sightseeing in Kairo

Pyramiden in und rundum Kairo

Die Pyramiden von Giza gehören zweifelslos zu den berühmtesten Touristenattraktionen in ganz Ägypten. Die Gelände in Giza besteht aus einer Vielzahl von Pyramiden, wobei die drei grössten und bekanntesten die „Cheops Pyramide“ (mit 146m die grösste Pyramide), die „Chephren Pyramide“ und die „Mycerinus Pyramide“ sind. Als Beschützer der Chephren Pyramide trohnt die weltberühmte „Sphinx“, welche aus einem grossen Stück Limestone (=Kalkstein) gefertigt wurde, welcher beim Bau der Chephren Pyramide übrig blieb. Den meisten Touristen viel weniger oder überhaupt nicht bekannt, sind die ausserhalb von Kairo liegenden Pyramiden von Saqqara (rund 30km südlich von Kairo) und Pyramiden von Dahshur. Gemäss meinem Freund aus Köln sind die Pyramiden von Saqquara und Dahshur mindestens so beeindruckend wie die bekannteren Pyramiden von Giza, werden aber kaum besucht, so dass sich diese Pyramiden – fernab all den Touristengruppen – viel besser geniessen lassen. Einmal mehr seinem Ratschlag folgend, habe ich für einen ¾ Tag ein Taxi (für nicht mal Euro 15!!!) angeheuert und wollte zuerst die Pyramiden von Dahshur und Saqqara geniessen und erst auf dem Rückweg und nur kurz bei den Pyramiden und der Sphinx in Giza einen Stop einlegen. Dieser Plan wurde insofern durchkreutzt, als mein Taxi Fahrer zuerst nach Giza fuhr und es schon zu spät war, um zu intervenieren. Das Gate war kurz vor 08:00 Uhr noch geschlossen, so dass ich einige Minuten vor dem Gate ausharren musste. Richtig überrascht war ich jedoch, dass ich an diesem Gate, welches sich direkt vor der Sphinx befand, der einzige Tourist war. So war es leicht zu erahnen, dass mich der Taxi Fahrer schlauerweise zu einem Nebeneingang fuhr, um all den Tourgruppen (welche sich vor dem Haupteingang gleich vor der Cheops Pyramiden aufhalten mussten) auszuweichen... So habe ich ganz alleine um 08:00 Uhr das Gelände betreten und in aller Ruhe die faszinierende Sphinx sowie die dahinterliegenden Chephren und Mycerinus Pyramiden geniessen und fotografieren können. Immer noch überrascht, dass ich keine Touristen antraf, bin ich zur riesigen „Cheops Pyramide“ gelaufen und wurde, als ich von der Seitenfront um die Ecke zur Vorderfront der Pyramide bog, urplötzlich von wortwörtlich hunderten Touristen und Dutzenden von Reisecars „erschlagen“... Nun wusste ich also definitiv, wo sich all die Tourgruppen „versteckt“ hielten... Idealerweise hätte ich meinem Taxifahrer gebeten, mich am Haupteingang abzuholen, doch da ich nicht daran gedacht resp. die Distanzen auf dem Gelände unterschätzt habe, musste ich die 15min bis zum Nebeneingang eben wieder zurücklaufen... Auf dem Rückweg wieder an der Sphinx vorbeilaufend, waren bereits mehrere Dutzende Touristen dort in Stellung gegangen, so dass ich mich innerlich wie ein kleines Kind freute, denselben Ort lediglich 30min zuvor ganz für mich alleine genossen zu haben...:-)))))))

Nach diesem – zu meinem Überraschen – wundervollen Erlebnis bei den Pyramiden in Giza fuhr ich mit dem Taxi zu den erwähnten imposanten Dahshur und Saqqara Pyramiden. Die „Step Pyramide“ in Saqqara ist das älteste Steinmonument der Welt und die riesige „Red Pyramide“ in Dahshur glänzt von aussen und lässt sich zudem leicht von Innen besichtigen. Während wie oben erwähnt das „Innenleben“ resp. die grossartigen Wandmalereien der Tempel in Abu Simbel und der Grabstätten im Tal der Könige mich „aus den Socken hauten“, war die Besichtigung des Innern der Pyramide von Dahshur ein enttäuschendes Erlebnis. Als wäre der gebückte Gang all die hunderte von Stufen herab zum zentralen Raum nicht schon mühsam genug, wurde diese Müh uberhaupt nicht belohnt, zumal der Raum völlig kahl und ohne jegliche „eye-catching attractions“ war... Na ja, gemäss meinem Freund aus Köln sehen alle Pyramiden von innen gleich aus („kennst Du eine von innen, so kennst Du alle“...), so dass ich nach der Enttäuschung in Dahshur gut auf ein weitere Probe aufs Exempel verzichten konnte...  

Downtown Cairo – Old Cairo (built by Coptic Christians) und Islamic Cairo

Nach der Exkursion zu den Pyramiden habe ich mich von meinem Taxifahrer in die Innenstadt von Cairo fahren lassen, um dort die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Besonders gut gefallen hat mir „Old Cairo“ (früher bekannt unter „Babylon“), wo es auf kleinstem und verwinkelstem Raum unzähliche wunderschöne Kirchen und Klöster zu entdecken gibt. Auf viel grösseren Raum erstreckt sich das „Islamic Cairo“, eine Zone voll von Moscheen, Bazaaren (u.a. voll von Teppichverkäufern...; glücklicherweise habe ich keinen Platz für einen Teppich in meinem Rucksack...) und sonstigen faszinierenden Gebäuden. Zum Abschluss dieses fantastischen Sightseeingtages bin ich in Islamic Cairo an die Spitze des Minarets des Bab Zuweila gestiegen und habe einen atemberaubenden 360° Blick über die Stadt (inkl. Blick zum Citadel) geniessen können... 

Downtown Cairo – Egyptian Museum

Ein weiteres Highlight meines Aufenthalts in Kairo war der Besuch des weltberühmten „Egyptian Museums“. Nachdem ich vor ein paar Jahren im Museum in Basel die „Tutankhamun“ Temporärausstellung leider verpasst hatte, konnte ich es kaum erwarten, die Goldschätze des Pharao Tutankhamun im Egyptian Museum hautnah zu erleben. Besonders atemberaubend ist natürlich die aus solidem Gold gefertigte berühmte „Death Mask“ aber nicht minder faszinierend sind die vier „gilded shrines“ und weitere 1700 (!!!!, wow, welch Anzahl) meist vergoldete in der Tutankhamun Grabkammer im Tal der Könige in Luxor gefundene Gegenstände.

Exkurs: Beantragung des Iran und Pakistan Visum in Kairo

Iran

Im Reiseführer habe ich gelesen, dass die Beantragung des Visas für Iran sehr aufwändig sein kann. So steht im Lonely Planet, dass die Bearbeitungszeit mind. 10 Tage dauert, da die in der Botschaft ausgefüllten Antragsformulare zwecks Authorisation nach Teheran geschickt werden müssen. Da ich aufgrund meines gedrängten Reiseprogramms nicht 10 Tage an einem Ort auf das Visum warten konnte, habe ich mit Freude davon gelesen, dass anscheinend der Visumsantrag in einer Botschaft (z.B. Kairo) eingereicht und das Visum - nach der erwähnten Frist resp. Genehmigung in Teheran - in einer anderen (z.B. Erzurum in der Türkei) abgeholt werden kann und so kein „Zeitverlust“ resultiert. So habe ich mich zur iranischen Botschaft in Kairo begeben um genau nach dieser Methode mein Visum zu beantragen, zumal das Funktionieren dieser Methode mir telefonisch durch das Konsulat in Erzurum bestätigt wurde. Mein Frust war dann riesig, als gemäss der Dame von der iranischen Botschaft in Kairo diese Variante nicht zulässig ist und auch das erwähnte Konsulat in Erzurum plötzlich nichts mehr davon wissen wollte... Na ja, um keine kostbare Reisezeit zu verlieren, verblieb mir immerhin noch die Variante via iranischen Travel Agent. Dieser würde (basierend auf den Informationen, welche ich ihm via Internet übermittle) in Teheran für mich das Visum beantragen und mir – nach der Genehmigung durch die iranischen Behörden – einen Visa Code senden, mit dem ich auf der von mir (im Zeitpunkt der Visumsbeantragung) angegebenen Botschaft das Visum abholen kann. Natürlich ist dieser Service nicht gratis (kostet rund Euro 50); war aber in meiner Situation der einzig gangbare Weg um das Iran Visa ohne Zeitverlust zu erhalten. So habe ich in Kairo im Internet (www.iranianvisa.com) meinen Visumsantrag ausgefüllt und dem Service Provider übermittelt.

Pakistan

Da die Botschaft von Pakistan nur wenige Minuten von der Botschaft von Iran entfernt war, habe ich mich nach der Botschaft von Iran direkt zur Botschaft von Pakistan begeben, um mich bezüglich den genauen Anforderungen für ein Visum für Pakistan zu erkunden. Im Reiseführer habe ich bereits gelesen, dass häufig ein sog. „Einladungsschreiben“ (=Schreiben, in welchem steht, dass ich als Tourist nach Pakistan gehen würde, dort nur temporär bleiben und nicht arbeiten würde etc.) benötigt wird. In meinem Fall müsste dieses Schreiben die finnische Botschaft in Kairo erstellen, zumal ich mit meinem finnischen Pass unterwegs war und das Visum in Kairo beantragen wollte. Da nicht alle Botschaften ein solches gebührenpflichtiges Einladungsschreiben verlangen, habe ich mich ohne solches Schreiben zur Botschaft in Kairo begeben und gehofft auch so durchzukommen... Zu meinem Erstaunen war der Knackpunkt nicht das fehlende Schreiben, sondern der Umstand, dass ich verpflichtet sei, das Visum in meinem Wohnland zu beantragen und entsprechend in Kairo nur Ägypter oder Ausländer mit Niederlassungsbestätigung ein Visum beantragen können. Alle meine Argumentationen (von wegen, dass ich schon seit über einem halben Jahr am reisen sei und nicht alle Visas vorgängig beantragen kann resp. die Visas bis zu meiner Ankunft im Land schon längst verfallen wären etc.) haben nichts genützt und mir wurde klipp und klar gesagt, dass ich in mein Wohnland zurückkehren und das Visum dort beantragen müsse. Da ich wusste, dass es in der Schweiz eine pakistanische Botschaft gibt (Nicole hat dort innert wenigen Tagen problemlos und ohne jenem ominösen Einladungsschreiben ihr Pakistan Visa erhalten) konnte ich mich auch nicht darauf berufen, dass es in meinem Wohnland keine Pakistan Vertretung gab. In jenem Moment ist mir eingefallen, dass es womöglich in Finnland keine Pakistan Vertretung gab, so dass ich – da ich ja eh mit meinem finnischen Pass am reisen war – kurzerhand behauptet habe, in Finnland zu wohnen und deshalb das Visum gar nicht hätte beantragen können. Der Typ am Schalter liess sich dadurch überzeugen und meinte ich könne die Antragsformulare ausfüllen und er würde danach meinen speziellen Fall dem Konsul vorlegen. So habe ich fleissig die Formulare ausgefüllt, irgendeine finnische Wohnadresse (Nicole hat mir in einer Nacht & Nebel Aktion kurzerhand die Adresse des Hiltons in Helsinki per sms geschickt..) angegeben und war voller Hoffnung, dass ich damit durchkommen würde. Doch diese Hoffnung sollte sich schon bald zerschlagen, da der Typ am Visaschalter den Konsul angerufen hat und dieser anscheinend meinen Antrag abgelehnt hat, da ich stattdessen das Visum bei der Pakistan Botschaft in Stockholm beantragen könne... Wow, welch ein Frust....!!! Ich habe dann versucht, eine kurze Audienz mit dem Konsul zu erhalten, so dass ich meinen Fall persönlich darlegen konnte, doch auch dieser wurde abgelehnt. Zu guter Letzt hat die Botschaft auch meinen abgelehnten Visumsantrag nicht mehr zurückgegeben und zu ihren Akten gelegt. Ich konnte dieses Vorgehen nicht verstehen, da ich ja nicht wirklich einen formellen Visumsantrag gemacht habe und der Typ am Visumsschalter bereits vorgängig hätte abklären können, ob in meinem Fall (=nicht in Ägypten wohnhaft; aber keine Botschaft im Heimatland) überhaupt eine Ausnahme möglich ist. Ich hoffe nun, dass ich keine Probleme bekomme, wenn ich es in einer anderen Pakistan Botschaft erneut versuche, zumal in vielen Formularen danach gefragt wird, ob ein in Vergangenheit schon Mal ein Antrag abgelehnt wurde... Natürlich ist der Grund der Ablehnung (=ich muss Visa in meinem Heimatland beantragen) lapidar, doch bevorzuge ich es, wenn ich mich gar nicht erst erklären muss...

Verzicht auf Alexandria, White Desert und Siwa Oasis

Während ich auf meinem Weg von Aswan nach Cairo stets entlang des Nils gereist bin und mich meine Weiterreise nach Jordanien zwangsläufig östlich in den Sinai führen wird, habe ich mir lange die Frage gestellt, ob ich im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion auch Westägypten besuchen soll. Grosse Highlights in dieser Region sind die faszinierenden Gesteinsformationen in der „White Desert“, die Palmenlandschaft in der „Siwa Oasis“ sowie die schöne Küstenstadt „Alexandria“. Nach einem langen hin- und her habe ich mich schliesslich aus Zeitgründen dagegen entschieden und plane stattdessen, diese Region in eine zukünftige, rund 3wöchige Nordafrika Reise zu integrieren, welche z.B. in Tripoli in Lybien beginnen und in Kairo enden und die erwähnten Highlights von Westägypten sowie diverse Highlights in Lybien (allen voran die berühmte Römerstadt „Leptis Magna“; daneben z.B. „Jebel Abacus“ und „Ghadames“ in der Sahara Wüste) einschliessen könnte. Der Zeitpunkt dieser Reise ist natürlich noch unbestimmt und kann auch auch erst in 5, 10 oder gar in 20 Jahren sein. Ich lasse mich diesbezüglich überraschen und freue mich schon jetzt auf den Tag, an welchem ich meinen Fuss aufs Land von Gaddafi setzen werde...  

Verzicht auf Sinai Halbinsel (inkl. Mount Sinai und St. Catherine Monasterie)

Nachdem West Ägypten aus dem Reiseprogramm gefallen ist, bin ich von Kairo mit dem (Nacht-)bus quer durch den Sinai nach Nuweiba am Roten Meer gereist, um von dort mittels Katamaran nach Aqaba in Jordanien überzusiedeln. Meiner „Zeitguillotine“ sind sowohl die bekannten Badeorte und Tauchparadiese „Sharm-el-Sheikh“ und „Dahab“, als auch (Sonnenaufgang beim) Mt Sinaii und St. Catherine Monastery zum Opfer gefallen. Diese Orte werde ich leicht im Rahmen eines 1-2wöchigen all inclusive Beach Urlaub im ***** Hotel z.B. in Sharm-el-Sheikh erleben können. So weiss ich u.a. von meinem Urlaub mit meinen Eltern in Sharm-El-Sheikh vor mehr als 15 Jahren, dass die Hotels Exkursionen zum Mt. Sinaii und zum St. Catherine Kloster anbieten. In der Nähe von Sharm-el-Sheikh ist auch das „Ras Mohammed“, einer der bekanntesten Tauchplätze im Roten Meer. Während ich vor 15 Jahren mit meinem Vater im Roten Meer am tauchen war, waren wir damals leider nicht am „Ras Mohammed“, so dass dieser Ort seither auf meiner „To do“-Liste steht...;-))))

Katamaran von Nuweiba (Ägypten) nach Aqaba (Jordanien)

Da Ägypten keine Landgrenze zu Jordanien hat, habe ich per Katamaran das Rote Meer überquert und bin von Nuweiba nach Aqaba in Jordanien gereist. Während das Katamaran plangemäss um 14:00 hätte abfahren sollen, habe ich bereits am Vormittag mein Ticket gekauft. Ähnlich den Erfahrungen beim Kauf meines Zugtickets in Khartoum (Sudan), spielten sich vor dem Ticket Office in Nuweiba tumultartige Szenen ab. So war erneut nur ein Schalter offen und hunderte von Personen versuchten sich – ohne Rücksicht auf andere Personen – zum Schalter hervorzukämpfen... Nicht verwunderlich war es dann, als im Tumult zwischen 2 Personen plötzlich eine Schlägerei ausgebrochen ist. Zumal die Fähre jeden Tag abfährt, verstehe ich wirklich nicht, wieso die Betreiberin des Katamarans sowohl räumlich wie auch organisatorisch (kann ja nicht sein, dass nur EIN Schalter geöffnet ist und deshalb alle stundenlang anstehen müssen) die Voraussetzungen für einen ordnungsgemässen und effizienten Ticketverkauf schaffen kann...(na ja, ev. sind wir in Europa einfach zu verwöhnt damit...). Schon fast erwartungsgemäss gab es dann im Warteterminal am Hafen erneut tumultartige Szenen, weil wir Stunden nach der geplanten Abfahrtszeit des Katamarans immer noch im Warteterminal (fest-)sassen und Gerüchte kursierten, dass die Fahrt gar gestrichen werde könnte... Als dann am späten Nachmittag die Türe zum Dok doch noch aufging, haben erneut hunderte von Personen darum gekämpft, durch die Türe und aufs Katamaran gelassen zu werden. Es herrschten schon fast anarchische Verhältnisse, so dass ich froh war, es heil und unbeschadet auf den Katamaran geschafft zu haben...

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