Killer in Cuba
CUBA | Wednesday, 6 February 2008 | Views [432]
Welcome to Cuba (16 Days)
Datum: 18.01.08 – 02.02.08
Tag 1: Havanna (Flight to Havanna & Party in Verdado!)
Tag 2: Havanna (Sightseeing in Central Havanna)
Tag 3: Havanna (Sightseeing in Central Havanna)
Tag 4: Cienfuegos (Sightseeing in the Old Town)
Tag 5: Trinidad (Sightseeing in the Unesco World Heritage listed Trinidad)
Tag 6: Camagüey (Get lost in its wickedly twisted streets)
Tag 7: Bayamo & Sierra Maestra (Visit of Fidel Castro Guerilla Headquarter)
Tag 8: Santiago de Cuba (Downtown & the Fortress de Pedro del Morro)
Tag 9: Baracoa (Saturday Nightlife in Cuba's most Eastern Town)
Tag 10: Baracoa (Sightseeing around Baracoa)
Tag 11: Holguin (Sightseeing in "The City of the Parks")
Tag 12: Santa Clara & Varadero (Che Guevara Memorial and Relaxing at the Beach)
Tag 13: Varadero (Relaxing at the Beach)
Tag 14: Vinales (Spectacular Limestone Countryside)
Tag 15: Havanna (Sightseeing in Havanna)
Tag 16: Havanna (Gift & Cigar Shopping)
Vorwort
CUBA…, das Land des RUMS, des SALSA und das Land von FIDEL CASTRO ist ein wirklich FASZIERENDES Land mit einer BEWEGTEN GESCHICHTE; entsprechend vielfältig sind auch meine Erlebnisse. Um die Lesbarkeit zu vereinfachen und ein möglichst vollständiges Bild über meine beiden Wochen in Cuba wiederzugeben, werde ich diesen Lifereport (thematisch) gliedern und stellenweise mit Angaben zu historischen Ereignissen ergänzen…; so relax and enjoy the stories you’ll NOW read about…J
Getting started: Havanna & other colonial Towns
Am Flughafen von Havanna aus dem Terminal tretend, fühlte ich mich schon bald in einer anderen Welt. Auf den ersten Blick sind mir all die faszinierenden Buick Oldtimer Fahrzeuge in grellen Farben (die rosa Mütze meiner Studentenverbindung lässt grüssen…) aus den 50er Jahren aufgefallen, welche auf den Strassen unterwegs waren und z.T. auch als Taxi fungierten. Leider wurde mir am Taxistand am Airport kein Oldtimer, sondern ein „ratterndes“ und „halb auseinanderfallendes“ Lada Taxi zugewiesen, was aber nicht minderen Fahrspass bedeutete…J Die Fahrt mit dem Taxi führte mich entlang von geschichtsträchtigen Plätzen wie z.B. dem „Plaza de la Revolucion“ (wo 1959 Fidel’s Triumph frenetisch gefeiert wurde) in die Innenstadt von Havanna. In den Folgetagen zu Fuss Havanna Vieja (Old Havanna) und Havanna Centro erkundend, wurde ich von imposanten Bauten (wie z.B. vom white-marble covered „Capitolio Nacional“, welches verblüffende Ähnlichkeit zum US Capitol in Washington aufweist…) und grandioser kolonialer Architektur richtig überwältigt. Als grosser Liebhaber von heruntergekommenen und farbenträchtigen kolonialen Bauten hätte ich mit meiner Kamera „bewaffnet“ wohl Tage in der Innenstadt von Havanna herumlaufen und mich all paar Minuten aufs Neue von diesen Bauten faszinieren lassen können. Da sich solche kolonialen Highlights nicht nur in Havanna, sondern auch in Städten wie z.B. TRINIDAD (hat eine wunderschöne von Unesco als Weltkulturerbe geschützte Innenstadt), CAMAGÜEY (eine Stadt, die wie ein Labyrinth aufgebaut ist, um im 16th Jahrhundert Jonny Deep und die „Pirates of the Carribeans“ zu verwirren…) oder SANTIAGO DE CUBA (Cuba’s zweit grösste Stadt und voll von Live Musik…) finden lassen, konnte ich nach 2 Tagen Power-Sighseeing und Power-Nightlife im Ausgangsquartie Vedado in Havanna getrost meine 7 Sachen packen und in Richtung Osten reisend den Rest des Landes erkunden…
Getting around – Viazul Bus Service
Den Weg in den Osten habe ich wie gewohnt mit dem Bus unternommen, da in Cuba Zugslinien zwar bestehen (anscheinend war Cuba unter den ersten sechs Ländern der Welt, in denen der Zugsverkehr eingeführt wurde), die Züge gemäss Lonely Planet jedoch zu 80% verspätet sind, zu 20% gestrichen werden und sich deshalb nur Leute mit vieeeeeeeeel Zeit und Geduld sowie Nostalgiker (z.B. für den Genuss der 1917 von der US Firma Hershey Cocolate Company gebauten Strecke von Casablanca nach Matanzas; der einzigen elektrischen Zugslinie des Landes) auf die Schiene wagen. Obwohl in Cuba zwei grosse Busfirmen existieren (Viazul und Astro), ist es Touristen nur erlaubt, mit Viazul zu reisen, so dass der Astro Service den Cubanern vorbehalten wird. Gemäss Lonely Planet sind jedoch jeweils 2 Plätze in einem Astro Bus auch für Touristen verfügbar; als ich diese Randnotiz in der Praxis austesten und mir ein Astro Bus Ticket „ergaunern“ wollte, wurde ich von der Lady am Schalter jedoch ziemlich unzimperlich ans Viazul Büro verwiesen… Letzlich ist die „Klassen-“ und „Rassenteilung“ auch gar nicht so entscheidend, zumal der Viazul Touristen Bus nur marginal mehr als der Astro Bus kostet. Zudem ist das Reisen im Viazul eine äusserst komfortable (wenn auch z.T. frostige Angelegenheit…) und pünktliche Angelegenheit. Da in Cuba alle Touris +/- dieselben Orte besuchen und es nur eine Hauptachse von Westen nach Osten gibt, bin ich interessanterweise im Bus immer wieder auf bekannte Gesichter gestossen…
Getting around - Money
Selbst als vielgereister Backpacker kam ich ins Staunen, als ich im Flugzeug nach Kuba im Lonely Planet das Kapitel „Money“ gelesen habe. Von meinem Reisebüro wurde ich im Vorfeld meiner Reise lediglich über Folgendes informiert: „Ab dem 08.11.04 müssen Fremdwährungen in „Pesos Convertibiles“ gewechselt werden. Beim Umtausch von USD wird eine Kommission von 10% belastet, deshalb empfehlen wir, zukünftig Zahlungsmittel in CHF oder EUR mitzunehmen“. Diese Notiz hat mich damals nicht gross interessiert, zumal ich – im Hinblick auf den Westafrika Teil meiner Reise – sowieso genügend EUR in Cash mitnehmen würde. Im erwähnten Lonely Planet „Money“ Kapitel stand dann zu meinem Erstaunen, dass Kreditkarten und EC-Karten praktisch unbrauchbar sind (resp. falls verwendbar, einer Kommission von 11.25% unterliegen), sondern dass auch zwei verschiedene nationale Währungen in Kuba zirkulieren. Zum einen der „Peso Convertibile“, Abkürzung „CUC“ (wird v.a. zum Bezahlen in Hotels, in Touristen Restaurants und in Touristen Bussen etc gebraucht) und zum anderen der „normale“ Peso (auch „moneda nacional“ genannt“), welcher 1/24 des Werts eines CUC entspricht. Dieses Umtauschverhältnis zeigt ziemlich deutlich, dass der normale Peso praktisch nichts wert ist und dass entsprechend Kubaner, welche den Lohn in Peso verdienen, kaum ein Einkommen generieren. Entsprechend begehrt ist der von den Touristen verwendete CUC, so dass gemäss Lonely Planet z.T. Akademiker in den Randzeiten als Barkeeper oder inoffizielle Taxi Fahrer fungieren, um mit wenig Aufwand wesentliches zusätzliches Einkommen zu generieren. Dass dem tatsächlich so ist, habe ich selbst erlebt, als sich der von meiner Unterkunft augetriebene Fahrer zum Busbahnhof prompt als Arzt entpuppte… Wie die obigen Beispiele zeigen, werden v.a. die Preise in den von Touristen frequentierten Orten in CUC verrechnet, während z.B. Früchte auf einem Markt oder kleine, von Cubanern frequentierte Restaurants „normale“ Pesos verlangen. Je nach Wahl der Lokalität wird somit z.B. die Mahlzeit eine billige 25 Peso (rund Euro 1) bis teure 5-10 CUC (rund Euro 4-8) Angelegenheit. So oder so ist Cuba – entgegen meinen Erwartungen – alles andere als billig. Mich an meine USD 20/Tag in Indien und Sri Lanka zurücksehnend habe ich in Cuba rund 65 USD/Tag ausgegeben, wobei v.a. die Unterkunft (USD 15-20/Tag), die Busfahrten, dass Essen und z.T. auch der Ausgang (auch wenn eine Flasche Rum in der Disco für lediglich USD 7 zu haben ist…) zu Buche geschlagen haben…J
Places to stay – Casa particulares
Beim Durchblättern des Lonely Planets habe ich auch nicht schlecht gestaunt, als in der Kategorie „Places to Stay – Budget“ selbst für Havanna nur einige Vorschläge enthalten waren und dann etliche Hotels in der „Mid-Range“ und „Top-Range“ Kategorie aufgelistet waren… Der Grund hierfür ist, dass Reisende in Kuba typischerweise nicht in Hotels, sondern in sogenannten „Casa particulares“ logieren und diese im Lonely Planet an einer anderen Stelle gelistet waren. Bei diesen Casa particulares handelt es sich um eine Art „Homestay“; d.h. kubanische Familien vermieten in ihrem Heim das eine oder andere Zimmer (z.T. mit eigenem Badezimmer, z.T. zu teilen mit der Familie) und verwöhnen die Touristen zudem mit leckeren Frühstücks und Abendmahl. Wie folgende „Milchbüechlirechnung“ zeigt, handelt es sich dabei um ein sehr lukratives Geschäft: Typisches Bsp: Unterkunft (CUC 20) + Preis Frühstück (CUC 3) + Preis Abendessen (CUC 7) = CUC 30/Tag/Zimmer * 2 Zimmer = CUC 60 pro Tag * 30 Tage * durchschn. Auslastung von 80% = CUC 1'440 = rund USD 1500 pro Monat! Bevor nun eine „Goldgräberstimmung“ bei den Lesenden aufkommt, muss fairerweise gesagt werden, dass die Casa Familie nicht das Ganze Geld behalten, sondern einen wesentlichen Teil der erwähnten Einkünfte dem Staat abgeben muss. Gemäss Lonely Planet muss je nach Lokalität im Monat rund CUC 100 bis CUC 250 pro Zimmer dem Staat abgeben, unabhängig davon ob das Zimmer effektiv vermietet wurde oder nicht!! Für obiges Milchbüechlibeispiel sei eine Steuer von CUC 190 (rund USD 200) pro Zimmer angenommen. So verbleibt netto betrachtet nicht ein Einkommen von USD 1500 pro Monat, sondern USD 1’100 pro Monat. Fairerweise sei noch angemerkt, dass wohl nur die wenigsten Casas eine Auslastung von 80% erreichen und das angebotene Frühstück und Abendessen ja auch einen Einstandspreis (wenn auch sehr tiefen!) hat. Doch selbst wenn ich fürs obige Beispiel eine Auslastung von 50% annehmen würde, so verbleibt netto immer noch USD 540 pro Monat (resp. halb so viel falls nur 1 Zimmer angeboten wird). In einem Land, wo das Mindestseinkommen/Kopf/Monat rund 225 pesos (=rund USD 9) beträgt, reden wir somit (immer noch) von sehr, sehr viel Geld!!! Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass in populären Touristendestinationen wie Trinidad oder Bayamo gar mehrere hunderte Casas um die Gunst der Touristen buhlen…!! Eine Auslastung von 80% werden hingegen nur diejenigen Casas erreichen, welche im Lonely Planet empfohlen werden und deshalb meist schon im Voraus gebucht werden. Profitieren tun zudem die Casas, welche in unmittelbarer Nähe der Lonely Planet Empfehlungen sind. So habe ich es selbst einige Male erlebt, dass meine primäre Wahl schon voll war, der jeweilige Casa Besitzer aber ein anderes Casa in unmittelbarer Nähe kannte und mich entsprechend weitervermittelte. Allen anderen Casas verbleibt der harte Konkurrenzkampf. Dies bedeutet, dass die Casa Besitzer die ankommenden Touristen im Busbahnhof abfangen müssen. Insofern kommt es ihnen entgegen, dass alle Touristen mit demselben (Viazul) Bus reisen müssen und dieser nur 1-2x pro Tag in der entsprechenden Ortschaft ankommt. Somit werden die Touristen „als Objekt der Begierde“ 1-2x Tag quasi auf dem Silbertablett serviert… Der Kampf um die Meute beginnt dann, sobald der erste Tourist den Bus verlassen hat... Ich selbst fand diese tumultartigen Szenen“ jeweils ziemlich amüsant...:-)) Sofern ich nicht schon im Vorfeld ein Casa reserviert habe, habe ich Gefallen gefunden, preislich den einen Casa Besitzer gegen den anderern auszuspielen und mir so rund USD 5 Discount ggü. dem ursprünglichen Preis einzuspielen…J
Viel wichtiger als all die obigen Zahlenspielereien (da kommt wohl der Auditor oder auch mein Vertiefungsfach an der Uni – Finanzen, Rechnungswesen & Controlling“ – zum Vorschein…) ist jedoch, das die Casas den Touristen ein extrem warmes Willkommen bereiten. Ich selbst habe fast ausschliessich Casa Families erlebt, welche sich ungmein lieblich um mich gekümmert und mich zum Frühstück und zum Abendessen mit köstlichen Leckereien verwöhnt haben. Diese persönliche und ungezwungene Family resp. Homestay Atmosphäre werde ich wohl noch lange in bester Erinnerung behalten…!!
Places to go out – Nightlife (Salsa, Rum und kubanische Frauen)
Cuba ist (natürlich) nicht nur bekannt für den wunderschönen Kolonialstil in Old Havanna, sondern auch für das exzentrische Nachtleben, d.h. für die heissen lateinamerikanische (Salsa-) Rythmen, den Rum und die „aufdringlichen“ Frauen. In Havanna und Städten wie Santiago de Cuba oder Baricoa habe ich mich in den Ausgang gestürzt um auch diesen Aspekt kennenzulernen und mich v.a. von der nationalen Leidenschaft des Salsa Tanzens inspirieren zu lassen. Während Salsa Musik nicht in Cuba, sondern in den 60er Jahren als Mischung von Jazz und Rumba in New York entstand, ist der kubanische Salsa Tanzstil weltbekannt. Salsa ist in Kuba definitiv Teil der nationalen „Psyche“ und wird überall getanzt. Sei es zu Livemusik von „Trovadores“ (=Sänger; allein oder in Form einer Band mit etlichen Instrumenten) in einem Club, einem „Casa de Musica“ oder „Casa di Trova“ (in fast jeder Stadt zu finden), Open-Air auf einem Platz (z.B. in Trinidad) oder entlang des Malecon (der Strasse zum Flanieren entlang der Küste in Havanna). Den kubanischen Salsa Tänzern zuzusehen ist sehr schön und etwas „frustrierend“ zugleich, zumal ich nach drei Salsa Kursen im Salsaricca in ZH im Sommer 2007 natürlich nicht Mal im Ansatz mit solchen Figuren und Hüftschwüngen mithalten kann. Ursprünglich habe ich geplant, in Kuba nur 1 Woche zu reisen und die zweite Woche in Havanna einen Salsa Intensiv Kurs zu belegen. Da ich jedoch die Grösse des Landes und die Fülle der Sehenswürdigkeiten unterschätzt habe und meine „Salsa Tanzlust“ seit dem letzten Kurs etwas abgeflaut ist, habe ich dem Sightseeing und dem Strandleben den Vorzug gegeben… Ich plane dennoch, nach meiner Rückkehr bezüglich Tanzen (sei es nun Salsa oder ein anderer Tanzstil..) am „Ball zu bleiben“, zumal ich mit meiner Freundin unbedingt auch auf dem Tanzparkett „perfekt“ harmonieren möchte…J
Neben dem Salsa (und der Zigarre…) prägt v.a. auch die Flasche (Havanna Club) RUM den kubanischen Alltag. Überall wo sich in den Nachmittags- oder Abendstunden ein Grüppchen Kubaner versammelt, ist defintiv auch eine Flasche Rum am zirkulieren. Was den Europäern das Bier und den Mexikanern der Tequila ist, ist den Kubanern der Rum. Während ein Glas Rum&Coke und ein Glas Mojito (Rum, Mint, Sugar, Seltzer and fresh Lime Juice) in einer Bar rund USD 4 kostet, ist die ganze Flasche Rum an einer Bar für <USD 10 zu haben. Kein Wunder also, dass die smarten Kubaner gleich die ganze Flasche kaufen und den Rum&Coke selber mixen… Trotz dieses Überflusses an hochprozentigem Rum, habe ich keinen einzigen aggressiven Kubaner erlebt. Im Gegenteil; die Stimmung in den Clubs ist einzigartig und es geht (beim Tanzen) so richtig (die Post) ab…J
Last but not least ganz Kuba like sind die „aufdringlichen“ Frauen... Kaum in Havanna im Casa ankommend, hat mich die Homestay Lady von den „bösen“ kubanischen Frauen gewarnt und mich darauf hingewiesen, dass ich keine ins Casa mitnehmen darf… Auch im Lonely Planet werden auf sog. „Jinetera“ hingewiesen. Definition gemäss Lonely Planet: “a woman, who attaches herself to male foreigners for monetary or material gain, the exchange may or may not involve sex“. Na ja..., meine Erfahrungen waren eigentlich halb so wild. Wie bereits z.B. in Brasilien oder in Kambodscha erlebt, wird man(n) in Kuba (im Vergleich zur Schweiz…) sehr häufig angesprochen; sei es bei einem gemütlichen Drink spätnachmittags in einer Bar oder im Ausgang (wo man nicht nur angesprochen, sondern auch „heiss“ angetanzt wird…). Wenn sich die Kubanerin dann bereits im zweiten oder dritten Satz z.B. nach (dem Ort) meiner Unterkunft oder nach einem offerierten Drink erkundigt, war klar, was die Dame in Wirklichkeit wollte… In solchen Fällen war es sehr effektiv, mein mangelndes Interesse z.B. mit meiner Freundin in der Schweiz („Tengo una novia en Suiza“) oder ähnlichen verbalen oder non-verbalen (z.B.das Zeigen auf meinen Freundschaftsring, den uns Nicole und ich als Zeichen unserer Liebe in Auckland „geleistet“ haben…) Ausdrücken zu untermauern… Es ist aber nicht so, dass ich mich nun alle 5min von solchen „Jineteras“ „schützen“ musste. Zudem habe ich v.a. mit Kubanern, welche als Gruppe (Männer und Frauen) unterwegs waren, sehr gute Erfahrungen gemacht… Auf kollegialer Basis mit der Gruppe ein paar Worte (mein Spanisch ist alles andere als fliessend…) auszutauschen, eine Flasche Rum zu teilen und/oder das Tanzbein zu schwingen, zeigt, dass man(n) in Kuba auch fernab von sexuellen Gelüsten Spass haben kann…J
Historical Places visited – La Comandancia la Plata in der Sierra Maestra
Cuba’s bewegte Geschichte dürfte wohl allen (mehr oder minder) bekannt sein. Z.b. die Überfahrt von Fidel Castro und Che Guevara und weiterer 81 Krieger im 1956 von Mexico (wo Fidel im Exil aus Schutz vor der von Washington gestützten Batista Regierung war) nach Cuba auf der völlig überfüllten Yacht „Grandma“ (heutzutage in Havanna in einem Museum zu besichtigen), der nachfolgende Guerilla Krieg in den Sierra Maestra mitsamt dem Propaganda Interview mit einem New York Times Journalisten, die geglückten Revolution Ende 1958 (seiher hat Fidel 10 US Präsidenten „überdauert“…), die Verstaatlichung von (hauptsächlich Amerikanern gehörenden) bedeutenden Firmen, das Fiasko der Invasion am „Bay of Pigs“ (als 1961 auf Anordnung von President Kennedy die CIA mit Hilfe von 1400 Exil Cubaners das Land besetzen und das Castro Regime stürzen wollte), der Soviet Raketenpoker im kalten Krieg, der Tod von Che Guevara 1967 (gefasst und getötet von der bolivianischen Armee beim Versuch in Bolivien nach dem Cuba Vorbild ebenfalls eine Revolution anzuzetteln), das US Helms-Burton Gesetz 1996 (das US Bürgern erlaubt, in den USA gerichtlich gegen Firmen vorzugehen, welche deren in Cuba konfiszierte Eigentümer nutzen. Zudem verbietet das Gesetz dem US Präsidenten, das US Embargo aufzuheben, bis eine neue Regierung in Havanna Einsitz nimmt) und nicht zuletzt all die Stories um das Gefängnis auf dem US-Stützpunkt auf Guantanamo Bay in Kuba…
Von den erwähnten geschichtsträchtigen Ereignissen, ist u.a. nicht nur die Yacht „Grandma“, sondern auch das Hauptquartier von Fidel Castro während des Guerilla Krieges, die sog. „Comandancia de la Plata“ gut erhalten geblieben. Das Hauptquartier trohnt hoch oben im Gebirge der Sierra Maestra und ist von der nächst grösseren Stadt, Bayama nach rund 2h Fahrt und 45min Fussmarsch erreichbar. Für die letzte halbe Stunde der Autofahrt musste ich auf einen Jeep umsteigen, da die Strasse zwar geteert, sich aber gefürchig steil (dieser Abschnitt gehört wohl zu den steilsten Strassen der Welt!!) hoch hinauf in die Sierra Maestra schlängelte… Die Hütten im Hauptquartier wurden auf Pfählen in den Hügel gebaut und sind allesamt noch gut erhalten. Besonders eindrücklich ist natürlich der Besuch des Schlafquartiers von Fidel Castro, wo viele Utensilien noch enthalten sind. Ganz Guerilla like hat die Hütte keine Türe, sondern kann nur über eine hochzuklappende Seitenwand betreten werden… An diesem Ort zu stehen war für mich insofern eine etwas nostalgische Angelegenheit, als ich in der Kanti Zeit einen Vortrag über Castros Zeit als Rebellenchef hielt und dabei auch von diesen Barracken und dem legendären Propaganda Interview mit dem New York Times Journalist Herbert Matthews berichtete. Nur zu gut mag ich mich daran zu erinnern, dass Castro damals diesen Journalisten bezüglich der (effektiven) Anzahl Guerilla Kämpfer insofern hinters Licht führen konnte, als er als „Militärparade“ seine Krieger die Baracke muskelstrotzend verlassen, versteckt um die Baracke herumgehen und erneut aufmarschieren liess… Aufgrund der extremen Abgeschiedenheit des Gebiets ist es zudem kaum erstaunlich, dass Castro für den Erfolg seiner Rebellenbewegung auf Unterstützung von lokalen Bergbauern und der Lokalbevöllkerung ganz im Generellen angewiesen war. Überrascht war ich hingegen, zwei Baracken zu entdecken, die damals als (sehr rudimentäres) Spital gedient haben sollen…(z.T. war die Ausrüstung noch sichtbar). Wenn man zudem noch die Radiostation auf einem Berggipfel (von dort wurde das Rebellenradio „Radio Rebelde“ Kuba weit ausgestrahlt) in Betracht zieht, so scheint Castro ziemlich gut ausgerüstet gewesen zu sein… So well done, FIDEL…J
Eine weiterer geschichtsträchtiger Ort – wenn auch viel negativerer und jüngerer Art – ist Guantanamo, das auf halber Strecke zwischen Santiago de Cuba und Baracoa (am Ostende von Kuba) liegt. Die US-Militärbasis in Guantanamo Bay ist nicht erst seit Bush’s „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan, sondern bereits aus dem Film „Eine Frage der Ehre“ (engl. „A few Good Man“) bekannt, als Jack Nicholson alias Colonel Jessop sagte: „I ate breakfast 300 yards from 4000 Cubans who are trained to kill me“… Die US Basis in Guantanamo ist die älteste US Militärbasis ausserhalb den USA und gemäss Lonely Planet sind dort über 3000 Soldaten permanent stationiert. Das Land auf der 116m2 grossen Basis wurde im 1903 von der damaligen kubanischen Regierung an die USA abgetreten und diente (zumindest damals…) dem Zweck, den östlichen Zugang zum strategisch wichtigen Panama Kanal zu schützen. Die jährliche Leasingsrate beträgt „läppische“ 2000 Goldstücken oder USD 4'000… Nach der Revolution von 1959 bat Castro die USA das Land an Cuba zurückzugeben, doch dieses wurde von den USA abgelehnt. Die Entwicklung in jüngster Vergangenheit; d.h. die Umfunktionierung der Basis in ein Gefangenlager ist uns allen wohlbekannt.
Anscheinend besteht in der Nähe der Basis ein Aussichtspunkt auf einem 320m hohen Hügel, von wo per Teleskop die US Flagge auf dem Nord-Ost Eingang sowie allfällige herumfahrende Militärfahrzeuge erspäht werden können. Obwohl mein Bus von Santiago de Cuba nach Baracoa in der Stadt Gauntanamo (rund 40km von der Militärbasis entfernt) einen Zwischenstopp gemacht hat, habe ich dankend auf das Aussteigen aus dem Bus verzichtet. Mögen somit andere Schaulustige das Wehen der US Flagge aus der Distanz erspähen.
Way back from Baracoa nach Havanna: Relaxing at the Beach in Varadero
Nachdem ich in Baracoa ankommend den östlichsten Punkt des Landes erreicht habe, war es an der Zeit, in Richtung Havanna zurückzukehren. Auf dem Rückweg habe ich in Santa Clara (um das Che Guevara Denkmahl zu besichtigen) und dann in Varadero einen Zwischenstopp eingelegt, um auch noch einen weiteren Aspekt von Cuba – den weiss sandigen Beach – auskosten zu können. Neben den Stränden in Varadero sind auch die Strände in „Guardalavaca“ und „Cayo Coco“ ein Magnet für die all-inclusive Touristen aus Europa und dem Rest der Welt. Während die beiden letzt genannten Beach Resorts hermetisch von der kubanischen Bevölkerung abgeriegelt werden, sind diese in Varadero willkommen. All den drei kubanischen Beach Resorts ist jedoch gemein, dass keine Casa particulares erlaubt sind und somit die Touristen zwingend in einem (all-inclusive) Hotel übernachten müssen. Da ich mich nicht wirklich in einem „all-inclusive Hotel Resort“ einbunkern wollte, habe ich erstmals die billigen Hotels bezüglich einer Reservation telefoniert. Da diese aber allesamt voll waren, bin ich letzendlich dennoch in einem all-inclusive Hotel – wenn auch im Stadtzentrum und nicht meilenweit ausserhalb – gelandet und habe das „Bändeli Tragen“ (zugegenermassen) auch genossen. So habe ich mich v.a. am Buffet reichlich verwöhnt; war jedoch an der Bar vergleichsweise brav; zumal ich den meisten Teil des Tages nicht am Pool, sondern auf kilometerlangen (Verdauungs-)Spaziergängen entlang der Strände verbracht habe… Der Strand in Varadero (Total 20km entlang eines schmalen Landstreifens) war schön; z.T. sogar wunderschön, je nachdem auf welchem Abschnitt ich gerade unterwegs war resp. zu welchen Hotel der Strand gehörte… Letzlich bin ich in Varadero jedoch nur 1.5 Tage geblieben, zumal ich in den wenigen verbleibenden Tage in Kuba auch noch die schönen Limestone Felsformationen in Vinales westlich von Havanna geniessen und ich mich danach in Panama auf den San Blas Islands weitere drei volle Tage an den Strand und in die Hängematte legen konnte…J
Last days in Cuba – Canon Shooting &Shopping
Nach dem erwähnten Abstecher von Vinales habe ich die letzten 2 Tage in Havanna verbracht. Dabei habe ich am Abend auf der riesigen Cabana Festung (anscheined kostete die Festung so viel, dass der spanische König Carlos III meinte er könne die Festung ev. per Teleskop von Spanien erspähen…) das traditionelle „Canon Shooting“ Zeremonie (der Brauch stammt aus dem 19ten Jahrhundert, als solche Kanonen Salven die Schliessung der Tore ankündigten) beigewohnt. So wurde Punkt 21:00 eine altertümliche und gegen den Hafen von Havanna gerichtete grosse Kanone gezündet. Natürlich war keine Kugel; sondern irgendein Substitut in der Kanone drinn… Dennoch war der Knall enorm und selbst als gestandener Fliegerabwehr Kanonier der Schweizer Armee bin ich bei diesem Knall so richtig zusammengezuckt…J
Den letzten Tag habe in Havanna auf einem Markt auf der „Schnäppchenjagd“ verbracht… Während ich auf der bisherigen Teil der Reise mich mit Shoppen von Mitbringseln enorm zurückgehalten habe…(hatte schliesslich keine Lust all diese zusätzlichen Kilos auf meinem Buckel durch die halbe Welt zu schleppen…), konnte ich dieses Mal etwas zulangen, zumal mein kurzer Abstecher in die Schweiz schon sehr bald anstand… Während die Schnäppchenjagd bezüglich diversem „Schnigg-Schnagg“ ziemlich einfach war, musste ich enttäuscht feststellen, dass kubanische Zigarren selbst in Havanna (wo ein Grossteil der kubanischen Zigarren gerollt wird) alles andere als ein Pappenstil kosten… Nur zu gerne hätte ich eine Kiste (=25 Zigarren) von Kubas Flagschiff Marke „Cohiba“ (welche 1966 für dipolomatische Zwecke kreiert wurde und noch heute in den höchsten diplomatischen Kreisen „Gastgeschenk“ dient…) gekauft, doch bei einem Ladenpreis von USD 250 für eine Kiste kam mein Atem etwas ins Stocken… Mag sein, dass die Kiste in der Schweiz ein Mehrfaches wert ist…(kenne mich als Nichtraucher bezüglich den Zigarrenpreisen in der Schweiz überhaupt nicht aus…)…, doch USD 250 auszugeben um Mitte Februar mit den Kollegen aus Spass und weniger wegen des Genuss eine kubanische Zigarre rauchen zu können, war dann für mein Backpacker Herz doch etwas viel… Auf der Strasse wurde ich zwar immer wieder von Typen bezüglich billigen Zigarren angequatscht, doch mochte ich diesen Typen nicht wirklich trauen, zumal auch der Lonely Planet von der Gefahr warnt, von solchen Typen hauptsächlich Zigarren der minderen Qualität zu erhalten… Zurück in meinem lovely Homestay (aufgrund den super Erfahrungen zu Beginn meiner Reise bin ich natürlich zur derselben Familie zurückgekehrt…), meinte die Familie, dass eine Kollege, der in einer Zigarrenfabrik arbeitet, mir die besagte Cohiba Box für lediglich USD 50 verkaufen würde. Konnte schliesslich diesen Angebot nicht widerstehen obwohl ich natürlich auch in diesem Fall nicht weiss, ob ich wirklich die Originalzigarren erhalten habe. Dennoch konnte ich dem Rat der lovely Homestay Familie viel eher trauen als einem Typen auf der Strasse und die erhaltene Zigarrenbox sieht ungemein edel (alleine die Box war das Geld wert…) und echt aus… Freue mich (nun doch) riesig, während meines kurzen Aufenthalts in der Schweiz Mitte Februar interessierten Kollegen einen Griff in die Zigarrenbox zu gewähren und eine Exemplar von Kubas Top-Zigarrenmarke geniessen lassen…
Nach all diesen bleibenden Eindrücken fand schliesslich meine Kuba Reise nach 16 Tagen am Flughafen von Havanna ein Ende. Ich müsste lächeln als ich feststellen musste, dass die Fahrt im Taxi USD 15 gekostet hat, während ich 2 Wochen zuvor volle USD 25 bezahlt habe. Na ja…; diese „schwankenden Taxi Preise“…(auch „Abzocken“ genannt…;-))…kenne ich vom Reisen nur zu gut... Auch nur zu gut kenne ich von anderen Ländern, im Flughafen separat eine Departure Tax zu bezahlen…, auch wenn ich bis heute nicht verstehen kann, wieso diese Gebühren – wie in Europa üblich – nicht in den Ticketpreis integriert werden können… Na ja, who cares…vor lauter Vorfreude auf die kommenden drei volle Tage am Beach auf den San Blas Islands hatte ich nur noch eines im Kopf: Sun, Fun & nothing to do…J…!!!
Tags: On the Road
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